4-11-2022:

Nach 19-jähriger Geschichte schloss das Luzerner Kulturzentrum Boa seine Tore. Als wichtiges kulturelles und soziales Zentrum der Zentralschweiz besass es überregionale Ausstrahlung – geprägt durch verschiedene Vorstellungen und Visionen, gezeichnet durch jahrelange Polarisierung auf politischer und medialer Ebene. Dies hinterliess am Tag der Schliessung kein homogenes Bild. Für die einen war und ist die Boa ein Ort der hoch stehenden Musik, für die andern ein Zentrum für das freie Theater oder der politischen Debatten und Literatur. Für die junge Generation war es ein Platz, an dem „Alternativkultur“ gelebt, erlebt und gelernt werden konnte, und für die ältere Generation ist es ein Zeitzeugnis für erkämpften Freiraum.

Neun Monate danach erscheint nun das Boa Buch, mit allen möglichen Facetten und Positionen. Von einer historischer Herleitung, wilden kreativen Impressionen bis zu inhaltlichen Diskursen über Alternativkultur. Als ganzes ein Manifest für ein lebendiges Kulturleben. Über Hundert Mitarbeitende und Mitwirkende zeigen auf 256 Seiten die Tragweite dieser Geschichte.

– Ein grosses Boa-Teil liegt mit diesem Buch vor, quasi ein Lehrstück über Alternativkultur und Kulturpolitik. Oder: ein Buch, viele Boas. –
Kulturmagazin Juli

256 Seiten, mit farbigen und s/w-Abbildungen, 15.6 x 21.8 cm, Broschur gebunden | SFR 30.– |
ISBN 978-3-033-01645-3

Behind the scene

Kurz nachdem die definitive Schliessung des Kulturzentrums bekannt wurde, haben sich verschiedene Kulturschaffende aus dem Raum Luzern zusammengeschlossen, um die letzte Chance wahrzunehmen, eine inhaltliche Retrospektive dieses kulturellen Freiraumes zu schaffen. Der Arbeitskreis des Projektes erfährt von dem Verein IKU Boa sowie von der operativen Ebene grosse Unterstützung, diese nehmen jedoch inhaltlich keinen Einfluss. Die Initiative für den Beginn der Arbeiten haben junge Luzerner Künstler und Kulturschaffende ergriffen. Der Arbeitskreis ist auf ein generationenübergreifendes Team angewachsen.

Das Team hat einen Aufbau erarbeitet, der zwischen einer klassischen Geschichtsabhandlung und einem wilden Konzeptbuch liegt. Es wäre einfach, aus dem bisher gesammelten und noch zu recherchierenden Fotomaterial einen eindrücklichen Fotoband zusammenzustellen. Jedoch erscheint es den Herausgebern aufgrund der aktuellen und das eigene kulturelle Leben betreffenden Thematik wichtiger, ein inhaltlich orientiertes Buch zu produzieren, das einen substanziellen Beitrag zu einer kulturellen und politischen Auseinandersetzung leistet.

Die BOA-Geschichte mit ihren verschiedenen Stationen wird mit experimentellen Mitteln dargestellt. Prägnante Ausschnitte aus Sitzungsprotokollen wachsen in einer Collage zu einer Chronologie zusammen, wobei die Authentizität und deren Wirkung mehr wiegt als die Vollständigkeit.
Die eigentlichen Inhalte der Boa werden durch etwa fünfzig verschiedene Geschichten und Gesichter vermittelt. Diese subjektiven Stimmen stehen charakteristisch für die unzähligen verschiedenen Stimmungen, Meinungen und Momente in der Geschichte des Kulturzentrums BOA.

Mit dem Kontrast zwischen den dokumentarischen, historischen Elementen und den persönlichen Geschichten wird auch Leserinnen ausserhalb der Zentralschweiz ein aufschlussreiches und unterhaltsames Lesevergnügen geboten. Das Buch zielt auf das generationsübergreifende Interesse am neueren Schweizer Musik- und Theatergeschehen, an Alternativkultur und Kulturpolitik. Es stellt über den sentimentalen Rückblick hinaus einen authentischen, praxisnahen kulturpolitischen Beitrag für die Gegenwart und Zukunft dar.

Die Herausgeberinnen haben sich nach einer Orientierung im regionalen Verlagswesen dazu entschlossen, das Buch als Solitär im Eigenverlag herauszugeben und zu vertreiben. Es gibt derzeit keinen örtlichen Verlag, der näher am breit gefächerten Zielpublikum steht als die Gruppe der Herausgeberinnen selbst. Aus diesem Entschluss resultiert zudem nicht nur eine grössere Freiheit im Konzept, sondern auf der anderen Seite auch die Notwendigkeit, die Inhalte mit eigenem verlegerischen Denken zu entwickeln, was für die Qualität des Produktes förderlich ist. Ein grosser Teil des Verkaufs wird über Direktbestellungen und Handverkauf laufen; ferner wird natürlich der Buchhandel zu üblichen Konditionen beliefert.





ein BOA Teil
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4-11-2022: ein
BOA Teil - das BOA
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